Vorstellungen über den Islam entstehen bei vielen Jugendlichen nicht zuerst im Unterricht, sondern durch soziale Medien, Nachrichten, Videos oder öffentliche Debatten. Dabei dominieren häufig Themen wie Konflikte, Extremismus oder gesellschaftliche Spannungen. Die religiöse Vielfalt muslimischen Alltags bleibt dagegen oft unsichtbar. Dadurch prägen mediale Bilder nicht selten Wahrnehmungen, Vorurteile oder Unsicherheiten im schulischen Alltag.
Workshops mit Schülerinnen und Schülern greifen diese Erfahrungen auf und fördern einen reflektierten Umgang mit Medien. An konkreten Beispielen wird untersucht, wie Berichterstattung funktioniert: Welche Themen erhalten Aufmerksamkeit? Welche Begriffe und Bilder werden verwendet? Und wie beeinflussen Überschriften oder soziale Medien die eigene Wahrnehmung?
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die einfache Gegenüberstellung von „richtig“ und „falsch“, sondern die Fähigkeit zur Differenzierung. Schülerinnen und Schüler lernen, zwischen Nachricht, Meinung und Zuspitzung zu unterscheiden sowie Quellen kritisch einzuordnen. Dadurch werden sowohl Wissen über den Islam als auch Medienkompetenz und demokratische Urteilsfähigkeit gestärkt.
Auch für Lehrkräfte bieten Fortbildungen die Möglichkeit, Sicherheit im Umgang mit sensiblen Debatten zu gewinnen und pädagogische Strategien für kontroverse Diskussionen im Unterricht zu entwickeln. Ziel ist ein Unterricht, der Polarisierung nicht verstärkt, sondern Reflexion, Perspektivwechsel und respektvollen Austausch fördert.